21 Februar 1908 München – 23. Oktober 2000, Chiquitania, Santa Cruz, Bolivien Bergsteiger, Kameramann, Kriegsberichterstatter, Expeditionsleiter, Buchautor, Dokumentarfilmer, Filmregisseur und Farmer |
| Kindheit und
Jugend in Urschalling am Chiemsee (aus dem
kleinen Urschalling kommt auch 1914 erster Berggipfel: Rauschberg Internatsschüler in Freising 6.8.1925 erster Dreitausender: Schönbichler Horn, Zillertaler, 3132m; sein Hüttenbucheintrag: "stud. real. und Alpinist" 5.9.1930 Erstbesteigung der Nordwand der Königsspitze (3859m; Ortler-Massiv) mit Hans Brehm 22.6.1931 Erstbesteigung der Nordwand des Ortlers (3899m) mit Franz Schmid; 22-stündige Anfahrt mit dem Fahrrad; 17-stündiger riskanter Durchstieg Ende Juli 1931 mit dem Fahrrad ins Wallis mit Toni Schmid und Friedl Brandt. Während die Brüder Schmid die Matterhorn-Nordwand erstmals durchkletterten, erstiegen Ertl und Brandt die Nordwand der Dent-d'-Herens. Ertl und Toni Schmid radeln weiter zur GRandes Jorasses 1932 erste Filmarbeiten in Grönland mit Arnold Fanck "SOS Eisberg" 1933 mit Fanck im Montblanc-Gebiet "Der ewige Traum" 1934 Ertl dreht bei der Internationalen Himalaya-Expedition von Günther Oskar Dyhrenfurth "Dämon Himalaya"; Musik: Arthur Honegger; Ausführende: Berliner Philharmoniker. Die Expedition scheiterte am Hidden Peak, bezwang aber den Sia Kangri, 7422 m 1936 Hauptkameramann bei Leni Riefenstahl "Olympia" 1938 Kameramann bei Luis Trenker "Liebesbriefe aus dem Engadin" 1939 Kameramann bei Arnold Fanck in Südamerika "Ein Robinson" Kriegsberichterstatter an der Westfront, im Kaukasus, in Nordafrika 1950 im Alleingang Illimani Südgipfel; mit Gerd Schröder Erstbesteigung des Illimani Nordgipfel, 6480 m; dritte Besteigung des Condoriri, 5920 m, mit Alfons Hundhammer; Haucana 6427m; über den Nordwestgrat mit Adolf Hundshammer Mai 1951 zweite Besteigung des Illampu, 6348 m 1953 Ertl dreht bei der Deutsch-Österreichischen Willy-Merkl-Expedition unter Herrligkoffer "Nanga Parbat" über den Gipfelsieg des Teilnehmers Hermann Buhl Beruflich und menschlich enttäuscht wandert Hans Ertl nach Bolivien aus Film "Vorstoß nach Paititi" 1958 zusammen mit Tochter Monika "Hito Hito", Film über einen (inzwischen ausgestorbenen) Indianerstamm Bei einer Südamerikadurchquerung (»Unternehmen Surazo«) verliert er in einem Fluß sein Filmmaterial, vermißt Hilfe aus der Heimat und zieht nun endgültig auf die Hazienda Dolorida im Departamento Santa Cruz de la Sierra in Bolivien. Er wird Rancher und Farmer. 1981 Treffen unterm Ortler mit Luis Trenker und Reinhold Messner 1985 Besuch und Vortrag in Haag, Oberbayern 2000 † Chiquitania, Santa Cruz, Bolivien |
| Ertls
Jugendjahre werden meisterhaft in den zurecht berühmten Schon früh fühlt sich Ertl zuhause schlecht beurteilt. So schreibt er zum 1934-er Film "Dämon Himalaya": "In Deutschland, vor allem aber in München – er Hochburg der Bergsteigerei und der alpinen Besserwisserei – wurde der Streifen zwiespältig beurteilt. Neben dem Thema als Ganzem kritisierte man vor allem den Vorspann des Films, der eine Widmung für die 10 toten Bergsteiger und Träger enthielt, welche im Rahmen der »Deutschen Nanga Parbat-Expedition 1934«, nicht weit entfernt von unserem Arbeitsgebiet, ihr Leben lassen mußten. Dieser Hinweis in unserem Spielfilm wurde von der Münchener Himalaya-Clique und von der Nazipresse als schäbiger Reklametrick ausgelegt" (Meine wilden dreißiger Jahre. 183–184). Wie sehr er zeitweise in Deutschland ignoriert wird zeigt, daß im Lexikon für Bergfreunde von Hans Bibelriether, Karl Herrligkoffer und Herbert Rittlinger von 1978 kein Eintrag zu Ertl zu finden ist. |
| Besteigung des Cerro Paititi, 3150 m in Bolivien |
Bei strahlendem Frühsonnenschein starten wir anderntags und stehen dank unserer Vorarbeit um 11 Uhr schon auf dem Hauptgipfel des Cerro Paititi (3150 m). Einmalig schön ist der Rundblick von dieser zwischen Andenkette und Tiefland gelegenen einsamen Hochwarte aus. |
| Besteigung des Illimani in Bolivien. Illimani Süd 6450 m, Nord 6480 m |
Dann ist wieder nichts als Schnee, Nebel und Ungewißheit. |
| “Hans
Ertl gehört als Bergsteiger zu einer legendären Generation von siebzig
bis achtzigjährigen Alpinveteranen: den Bergvagabunden. Die gab es
einmal vor gut einem halben Jahrhundert, und zu denen gehörten außer
Seil und Kletterschuhen als Markenzeichen ein Fahrrad und ein Zelt
sowie Zündhölzl zum Feuermachen. Ein richtiger Bergvagabund liebte die
Lagerfeuer, die Sternennächte und die rauhen Gesänge. Er kletterte,
weil er Spaß am Klettern hatte, Freude an der eigenen Schneid, am
Abenteuer, am Beisammensein mit Freunden. Hans Ertl war in jungen
Jahren ein Prototyp: der Bergvagabund.” Fritz
Schmitt: "Hans Ertl". Der Bergsteiger, Sept. ?. S.
56-57
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(IMDb) |
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