| Ein Eingriff in die sensible Berglandschaft, drei
Skisprungschanzen, Eiskletterwände, Mountainbike-Testzentrum,
Gleitschirm-Schulungszentrum und neun Schneekanonen hat enorme Auswirkungen
nicht nur auf die Natur am Berg sondern auch die Infrastruktur und den Verkehr.
Und dies nicht nur in Oberaudorf allein, sondern in einem größeren
Umkreis. Man will den Tourismus ankurbeln, die Gästezahlen erhöhen
und so wäre ein Raumordnungsverfahren mit Beteiligung der Träger
öffentlicher Belange erforderlich gewesen. Der Naturschutzbeirat wurde
nicht gehört. Um Auslegungsfristen und Erörterungen, die bekanntlich
Zeit kosten, zu umgehen, hat man Einzelgenehmigungen erteilt für
Erneuerung bzw. Erweiterungen. Daß diese dann von einem gigantischen
Ausmaß sind, wird mit den zurückgehenden Übernachtungs- und
Tourismuszahlen begründet. Die Schneekanonen sollen mit Wasser aus dem
Luegsteinsee gespeist werden. Also mußte eine Leitung aufs Hocheck gelegt
werden. Die Beschneiung verbraucht nicht nur große Mengen Wasser sondern
auch Energie. Da im warmen Inntal die Temperaturen für die Beschneiung
meist zu hoch sind, wird dann Chemie zugesetzt, die in Bayern nicht
zulässig ist? Diese Chemie würde mit dem Schmelzwasser natürlich
wieder in das Grundwasser gelangen. |
| Dieser Freizeitpark in ca. 800 m Höhe erscheint
mir ebenso verrückt wie die Langlaufmeisterschaften in Düsseldorf am
Rheinufer auf einem Band aus Kunstschnee. Der zu erwartende Rummel mit den
Tagesgästen wird nicht die Übernachtungszahlen erhöhen, sondern
die bisherigen Gäste, die Ruhe und Erholung in dieser schönen
Landschaft suchten, vertreiben. Die Natur ist zerstört und die Wildtiere
verscheucht. Von unseren Nachkommen werden wir uns fragen lassen müssen
warum wir eine derartige Naturzerstörung zugelassen haben. Wir dürfen
nie vergessen, daß wir auf dieser Erde nur Gast sind, diese Erde von
unseren Nachkommen also nur geliehen haben und folglich nicht ruiniert
hinterlassen dürfen, sondern nachhaltig. Ingrid Wittner |